Minimalismus – Kleiderschrank richtig ausmisten

Wie man den Kleiderschrank minimalistisch ausmistet

Wo legen wir los? Ich brauche dich erst gar nicht fragen, ich gehe stark davon aus, dass dein Kleiderschrank am platzen ist. Auch wenn er es nicht ist, kann der ein oder andere Lappen in deiner High Fashion Sammlung in die Tonne gekloppt werden.

 

Warum es dein Leben bereichern wird regelmäßig deinen Kleiderschrank auszumisten

Ein wohliges Gefühl breitete sich in mir aus nachdem der Kleiderschrank nur noch aus einem Viertel seiner ursprünglichen Größe bestand. Ich hatte den Eindruck die anderen drei Viertel fanden sich in meinem Glück wieder. (Und nun habe ich den Eindruck aufgrund meiner Ausdrucksweise zu viele Fantasy Romane gelesen zu haben).

Ich war danach so glücklich wie lange nicht mehr. Ich schaute in meinen „leeren“ Schrank und dachte mir: „Wahnsinn, wie stark wir uns von dem Haben hier auf Erden einnehmen lassen. Wie viele Jahre und Erinnerungen, unnötiger Schweiß (durch harte und langweilige Arbeit investiert wurde, um mir dann diese Kleidung zu kaufen). Das Ausmisten tat so gut und es fühlte sich so an als hätte ich auch ein Stück weit in meiner Seele aufgeräumt.

Du musst kein Fashion Victim sein, um einen vollen Kleiderschrank zu haben. Mit den Jahren sammeln wir Dinge an. Viele dieser Dinge lassen uns in der Vergangenheit schwälgen. Es sind Dinge, die wir nicht brauchen, aber unsere Gesellschaft – wir – vermitteln unterschwellig wir bräuchten all Dieses und Jenes. Glaub nicht, ich sei ein Hippie oder so, der jetzt Barfuß Bahn fährt. Ich freue mich jetzt jedoch vielmehr meine Kleidung zu tragen, stehe nicht vor Entscheidungsschwierigkeiten was ich tragen soll und denke mir oft (mit dankbarer Haltung) wie verwöhnt wir westliche Welt sind. Ich DARF meinen Kleiderschrank ausmisten.

Wir sind ständig damit beschäftig Dinge zu erledigen, hier und da eine gute oder schlechte Tat zu vollbringen, das Leben zu hinterfragen, die eigene Bestimmung zu finden und fragen uns wo die Zeit bleibt. In deinen eigenen vier Wänden findest du die ersten Antworten an die Fragen des Lebens. Sich von Dingen zu trennen und hinter sich zu lassen räumt auch die Seele auf, schafft mehr Zeit und Platz für mehr Liebe in unserer egoistischen Welt.

Du fragst dich grad: „Hä, was hat Kleidung mit Liebe, Zeit und Glück zu tun?“ Miste deinen Schrank aus und du wirst mit Sicherheit die ein oder andere Antwort auf deine Fragen erhalten.

Genug philosophiert…

Los geht’s

Kleiderschrank ausmisten ist anstrengend und bedarf mehrerer Stunden deiner nicht vorhandenen Zeit. Deswegen plane diesen Tag ein, stell sicher, dass gute Musik vorhanden ist und eventuell etwas zu essen, je nachdem wie viel Kleidung du hast.

Runde 1 – Das Fünf Haufen Prinzip

  1. Besorge fünf Blätter (Größe egal, Din A5 passt jedoch ganz gut)
  2. Nun beschriftest du die Blätter folgendermaßen:
    Blatt 1: Liebe. Diese Sachen ziehe ich oft an und sie passen mir gut
    Blatt 2: Vielleicht. Ich will das Teil behalten, aber ich weiß nicht warum
    Blatt 3: Spenden. Diese Sachen stehen mir nicht gut, passen mir nicht oder gefallen mir nicht mehr
    Blatt 4: Verkaufen. (siehe Blatt 4) + diese Sachen sind so gut wie neu oder gut erhalten und waren teuer
    Blatt 5: Müll. Die Sachen sind kaputt und nicht mal zum Verschenken zumutbar
  3. Diese Blätter verteilst du auf dem Boden oder Bett so, dass genug Platz bleibt fünft Klamotten-Haufen zu bilden
  4. Nun holst du nach und nach jedes Teil aus dem Schrank, begutachtest es und packst es auf einen der fünf Haufen
  5. Keine Gnade für Jo! Jede alte Socke und zahnseidenähnlichen Tangas und dergleichen wollen in den Müll oder auf einen der Haufen
  6. Der Schrank ist leer. Jetzt darfst du eine Pause machen

Runde 2 – Das Finale

  1. Nun darf der Kleiderschrank nach all den Jahren mal so richtig sauber gemacht werden
  2. Was passiert mit dem „Vielleichthaufen“? Zieh die Sachen nochmal an und frag dich folgendes:
    – würde ich das heute nochmal kaufen?
    – Werde ich das in den nächsten 3-6 Monaten tragen?
  3. Du weißt was passiert, wenn du eine der Fragen mit nein beantwortest? Weg damit und auf einen der anderen Haufen legen
  4. Was passiert mit dem Haufen „Verkaufen“?
    Selbstverständlich kannst du auch alles spenden, aber es ist auch völlig legitim einen Teil der Sachen zu verkaufen
  5. Räume die „Liebe“ Kleidung in den Schrank, Müllhaufen kommt in den Müll, Spendenhaufen wird in einen Karton/Tüte gepackt und verschenkt
  6. Den „Verkaufenhaufen“ in Kartons packen

Das Prinzip dieses Ausmistens beruht auf dem Artikel „How to Finally Clean out Your Closet for Good. Ich habe die Version jedoch um einen Punkt „Verkaufen“ erweitert. Ich habe mit dem Verkaufen sehr gute Erfahrungen gemacht und man darf es ja nicht laut aussprechen (oh ha!), aber in den letzten Jahren habe ich dadurch Einnahmen im vierstelligen Bereich generieren können. Ich habe durch das Verkaufen meiner Kleidung über die Jahre ein System entwickelt, wenig bis kein „neues“ Geld mehr für neue Kleidung zu investieren.
Beim nächsten Mal erfährst du wie man Kleidung richtig verkauft und worauf du beim nächsten Klamottenkauf achten solltest. Fehlkäufe werden damit vermieden, Geld gespart, Zeit gespart und auch wenn es nicht für jeden wichtig ist, die Umwelt geschont.

Du hast keinen blassen Schimmer was in meiner Hirse vor sich geht und warum ich ein Fan von Minimalismus bin, dann solltest du den Artikel „Warum du ein Minimalist werden solltest“ lesen.

Kommentare (4)

  1. Danke für die tollen Tipps! Bin ganz gespannt auf den Artikel zum Thema Verkaufen und deine Tipps zu dem Thema. Ich habe auch vor kurzem Mal so richtig ausgemistet, aber ich habe das Gefühl, ich könnte echt schon wieder ran. Bisher fand ich das Verkaufen nur immer so mega kompliziert (Kleiderkreisel-Gebühren, alles einzeln abfotografieren etc.).

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

    • Hi Lena,
      Danke 🙂 Das ist wahr, es ist Arbeit mit dem Verkaufen, aber man erhählt ja auch etwas dafür 😉 Wenn der einmal der „Flow“ drinnen ist, dann ist es auch nicht kompliziert.

  2. Hey Ju,

    danke für diesen tollen Beitrag. Mir graut davor meinen Kleiderschrank aufzuräumen. Ich kriege regelrecht Panik, wenn ich daran denke. Gerade weil ich im letzten Jahr leider 8kg zugenommen habe und ich diese einfach nicht wieder los werde. Die Hoffnung aber natürlich nicht aufgebe, wieder in meine Lieblingsjeans zu passen. Allerdings glaube ich, dass mir nichts anderes übrig bleibt. Wie du schon sagst, „Ein Stückchen Seele aufräumen“. Vielleicht motiviert einen das ja auch?! Immerhin habe ich heute schon ein paar Mäntel und ein paar Schuhe bei ebay Kleinzeigen reingestellt. Mal sehen. Ich freue mich schon sehr auf deinen nächsten Beitrag zu diesem Thema.

    Viele liebe Grüße

    Lins.

    • Hi Lins,
      sehr gerne 🙂
      Ich würde die Sachen, die du zwar noch schön findest, aber nicht passen in eine Kiste packen und in den Keller stellen. Nicht du musst dich den Klamotten anpassen, sondern sie müssen sich an dich anpassen 😉
      So wirst du auch nicht daran erinnert, dass sie nicht passen und die negativen Gedanken verschwinden damit auch im Keller. Ich hab mir früher mal eine Jeans gekauft, die mir eine Nummer zu klein war. In der Hoffnung da mal reinzupassen. Das würde ich nicht nochmal so machen. Erster Grund wie eben beschrieben, zweitens fand ich sie nicht mehr schön als sie geapsst hat und drittens ist man mehr wert als eine Jeans. Die kleineren Sachen vermitteln einem nur ein schlechtes Gefühl und das sollte nicht sein. Man kann sich freuen, wenn man abnimmt und sie wieder passen und wenn nicht, ist man immer noch toll und freut sich über das Leben 🙂
      Liebe Grüße
      Ju

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