Soziale Konflikte als Veganer. Wie geht man damit um? (Teil 1)

Soziale Konflikte als Veganer. Wie geht man damit um?

Es gibt mehrere Gründe sich für ein veganes Leben zu entscheiden. Das Recht auf Leben, Umweltschutz oder die eigene Gesundheit, die Liste ist lang. Welcher Grund auch immer es ist, besonders das Thema vegane Ernährung ist ein Minenfeld voller Konfliktpotential und führt häufig zu sozialen Problemen. Als Veganer kann man auch nur Junkfood essen, aber wer als Veganer zusätzlich auf eine gesunde Ernährung achtet ist noch mehr Außerirdischer als er es so schon ist. Sätze wie: „Das ist höchst ungesund und gefährlich“ sind einem Veganer geläufig.

Die eigene Entscheidung für eine gesunde, vegane Ernährung ruft zwei verschiedene Personengruppen auf, die darüber bestürzt sein werden. Diese Personengruppen versuchen ihr eigenes Unwohlsein dadurch zu lindern, indem sie dich zwingen, dass du dich änderst. Diese zwei Typen von Mensch sind unterschiedlich zu handhaben. Es gibt einmal die falsch informierten und die genervten (Lisle & Goldhammer, 2003, S. 102). Sei gefasst, für beide muss man gut vorbereitet sein.

Nr. 1 Handhabung der falsch informierten

Diese Gruppe weiß nur sehr wenig über Gesundheit. Das sind die ahnungslosen Opfer der „Pleasure Trap“. Mehr dazu findest du im Artikel: Alles in Maßen. Der Mythos der Mäßigung – The Pleasure Trap

Seit Kindheit an wird man mit heimtückischen Informationen von Kompanien bombardiert, die von der Fleisch-, Milch- und Junkfood-Industrie finanziert werden. Kein Wunder, dass diese Gruppe glaubt Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Kaffee, Alkohol und Junkfood seien ein Teil der vernünftigen Ernährung (Lisle & Goldhammer, 2003, S. 102). Es überrascht nicht, dass diese Gruppe sich unwohl fühlt, wenn wir ihre geliebten Speisen nicht mehr essen. Unser Verhalten sieht so „anders“ aus und so verspüren sie den Drang uns in ihre Übereinstimmung zu zwingen.

Der effektivste Weg diese Gruppe der „falsch informierten“ zu handhaben ist folgender: Trete nicht so auf als seist du dir deiner Position sicher (auch wenn du es bist). Du wirst dir Fragen anhören wie: „Wo bekommst du dein Protein her und bekommst du überhaupt genug Kalzium?“. Die Autoren der „Pleasure Trap“ raten so zu tun als sei man an einem ungewöhnlichen Gesundheits-Lifestyle interessiert und experimentiere damit. Gib jedoch frei zu, dass du nicht all die Antworten hast.

Diese Art damit umzugehen ist sehr diplomatisch und ein effektiver Weg anderen helfen zu entspannen – und uns alleine zu lassen 😉

Auf Fragen wie, ob diese Ernährung nicht ungesund sei etc., könnte man beispielsweise antworten: „Ich habe ein paar Bücher dazu gelesen, die besagen, dass diese Ernährung eine gute Richtung für mich sei und es scheint für mich auch so als würde das Sinn machen. Ich bleibe bei dieser Ernährung so lange es mir gut damit geht. Mein Arzt hat das auch abgesegnet.

Sobald das Wort „Arzt“ fällt oder besser noch, du seist offen dafür die Ernährung wieder zu ändern (auch wenn du es nicht vorhast), werden die geladenen Gewähre wieder entladen.

Mit dieser Strategie zwingst du diese Ernährungsweise niemandem auf oder richtest ihre. Obwohl sie sich wahrscheinlich immer noch unwohl fühlen werden über deine Ernährung, sinkt durch diese Strategie ihr Verlangen danach „Sozialen Druck“ auf dich auszuüben (Lisle & Goldhammer, 2003, S. 103-104).

Diese Gruppe ist in der Regel leicht zu bändigen. Schwieriger wird es mit den Genervten/Irritierten. Für diese Gruppe bedarf es ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Wie man diese Gruppe handhabt, erfährst du beim nächsten Mal.

 

Literatur

Lisle & Goldhammer, (2003), The Pleasure Trap – Mastering the Hidden Force that Undermindes Health & Happiness, Health Living Publications: Tennessee

 

Kommentare (2)

  1. Liebe Ju!

    Ich finde diese Serie hochspannend und freue mich auf die nächsten Teile. 🙂
    Obwohl ich gestehen muss, dass ich die empfohlenen Verhaltensweisen nicht an den Tag legen kann – dafür kann ich zum einen zu wenig schauspielern und bin zum anderen ideologisch viel zu sehr vom Veganismus überzeugt. (Aber jetzt nicht so, dass ich missionieren und mit dem Zeigefinger meinem Gegenüber begegne.)
    Für mich persönlich hat es sich immer noch am effektivsten erwiesen, sachlich, aber trotzdem von der Sache überzeugt zu bleiben. Denn ich glaube, dass gerade das die Neugier der meisten – auch der falsch Informierten – weckt. Wobei das wahrscheinlich auch mit dem Bekanntheitsgrad und der Vertrautheit der entsprechenden Person zusammenhängt – meine Freunde machen sich eher über meine vegane Lebensweise Gedanken als irgendwer, der mir auf der Straße über den Weg läuft.
    Aber – wie gesagt – schauspielern liegt mir da leider so gar nicht. 😉
    Ich bin gespannt auf die weiteren Strategien!

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Hi Jenny 🙂
      kann dich sehr gut verstehen. Ging/geht mir öfters so wie dir. Der o.g. Vorschlag ist auch nicht DER Weg für Alle. Das musst man auch ein wenig von der Situation/Mensch abhängig machen. Erfahrungsgemäß ist die o.g. Verhaltensweise jedoch, bei mir, bis jetzt am erfolgreichsten gewesen. Nicht umsonst empfehlen das die beiden Psychologen dieses Buchs. Ich muss mich darin noch üben, weil ich eben gerne von der guten Sache erzählen möchte. Man muss bei dieser Herangehensweise auch nicht schauspielern. Ich denke oft Dinge, die ich manchen Menschen am liebsten ins Gesicht klatschen würde. Aber nur weil ich das denke, tue ich es nicht 😀 Menschen, die offen für „neue“ Themen sind, denen kann man natürlich auch erzählen warum man vegan lebt. Ich glaube das ist die Gruppe, die du beschreibst. Aber die o.g. Gruppe ist es idR nicht. Die müssen erstmal verdauen, dass du einen Apfel isst anstelle einer Wurst 😀 Falls man diese Gruppe nochmals trifft, kann man sich von Mal zu Mal steigern mit dem was man ihnen sagt, damit sie es verdauen können 😀
      Aber einfach ist es selten andere von einer Minderheit zu überzeugen 😉
      Liebe Grüße
      Ju

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