Warum du ein Minimalist werden solltest

Warum Minimalismus

„Clean, simple, minimal“, Begriffe, die man mit Sicherheit schon irgendwo aufgeschnappt hat. Es ist in der Tat kein neuer Trend. Ich finde ihn dennoch genial. Das erste Mal kam ich damit vor mehreren Jahren in Berührung. Überall auf den Modeblogs war plötzlich von Minimalismus die Rede. Ich war sofort verliebt und mein Kleiderschrank wurde nach und durch schwarze, graue und weiße Töne ausgetauscht. Doch leider nahm ich es mit der Anzahl der Kleidung nicht so minimalistisch.

Was bedeutet Minimalismus

„Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen.“ – Wikipedia.de

Es gibt keine genaue Definition ab wann etwas als minimalistisch gilt. Die einen haben 30 Kleidungsstücke, die anderen 60. Ich behaupte mal bei 30 Paar Schuhen sind wir keine Minimalisten mehr.
Minimalismus wird oft nur mit schwarz und weiß assoziiert. Jedoch stimmt das nicht so ganz. Als Kind hatte ich auch eine minimalistische Ader. Es musste alles in Pink oder Lila sein. Ob du deinen Kleiderschrank nur mit pinken und grünen Sachen füllst, das ist dir überlassen. Schwarz und weiß wird gerne für die Raumgestaltung und die Kleidung gewählt, weil diese Farben mit vielem kombiniert werden können und vielseitig einsetzbar sind. Diese bevorzuge ich ebenfalls, aber lass dich davon nicht abschrecken. Du kannst auch mit der Lieblingsfarbe kackbraun ein Minimalist werden.

Was hat mich dazu bewegt ein Minimalist zu werden

Du musst wissen, ich bin der absolute Chaot. Ganz oder garnicht, now or never…so bin ich drauf. Entweder ich putze wochenlang nicht oder sechs Stunden in einem. Da Putzen meiner Meinung nach überbewertet wird, kannst du dir also vorstellen wie selten ich putze (keine Sorge, bei Bad und Küche mache ich eine Ausnahme). Es gibt Personen, die Putzen lieben, leider nein leider gar nicht, also ich. Weiterhin bin ich der unorganisierteste und unstrukturierteste Mensch der Welt. Das sieht man mir auf den ersten Blick nicht an, weil ich Wege gefunden habe den Schein zu wahren;-) Während ich ein Glas spüle, wird parallel eine Serie geschaut, staubgesaugt und mit Mutter telefoniert.

Im letzten Jahr habe ich meine komplette Ernährung auf den Kopf gestellt und ohne jemals bewusst darüber nachgedacht zu haben ist diese minimalistisch. In meinem ganzen Leben habe ich mich noch nie so ausgeglichen, fit, kraftvoll, energiegeladen und einfach fantastisch, wie jetzt gefühlt. Das habe ich nur durch eine minimalistische Ernährung geschafft. Selbst unser Körper steht auf die einfachen Lebensmittel.
Das wirkte sich auf mein ganzes Leben aus und nach und nach merkte ich wie mich der Rest an Überfluss in meinem Alltag daran hinderte zu leben. Meiner Meinung nach ist unser extrem schnelle Fortschritt ein Rückschritt. Versteh mich nicht falsch, ich liebe neue Technik, sie kann sehr hilfreich sein und ich will sie teilweise nicht missen, aber viele Dinge überfordern uns. Die Folge: wir haben keine Zeit mehr. Kinder werden zwischen Garagentor und Auto gemacht, naja immerhin und jeder in meinem Umfeld arbeitet 2000 Stunden die Woche, ist ständig im Stress und man braucht Monate für einen gemeinsamen Termin. Das kann es doch nicht gewesen sein oder? Früher ging man unangemeldet zu Freunden, heute muss man dafür einen Doodlelink erstellen.

„Und, was hast du heute so gemacht?“ Ähhhm, Frühstück, Kacka, Kochen, Essen, bisschen Youtube, Instagram und dann schlafen. Wer kennt das nicht, der Tag ist schon vorbei bevor er anfängt. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich habe den Eindruck durch die Technik, die mir ja helfen soll Zeit zu sparen, mehr Zeit vergeudet. Studium, Arbeit, dies das, Studium, Arbeit, dies das, Studium, Arbeit, dies das…einkaufen und Schlüpper waschen, so geht es Woche für Woche bei mir. Ich habe das Gefühl nicht runter zu kommen und bewege mich ständig in diesem Hamsterrad. Ich habe so schon wenig Freizeit und wenn, dann wird sie mit so unnötigen Aktivitäten gefüllt. No need!

Für manche scheint es nur ein neuer Trend zu sein, aber für mich ist es ein Gewinn an Lebensqualität. Ich habe mehr Geld, bin zufriedener, genügsamer, ausgeglichener, habe mehr Freizeit und muss weniger Entscheidungen fällen. Ich stehe nicht mehr vor 34958345 Duschgelflaschen, 34095238450 Hosen, 3054357 Schuhen. Ich habe meinen eigenen Stil gefunden und freue mich immer über die Sachen, die ich besitze und anziehen kann.

Ich war erschrocken wie viel Kleidung, Kosmetik und Gegenstände sich in einem Raum befinden können und wie viel Geld man da rein gesteckt hat. Geld, dass man sich mit einem langweiligen Job verdient hat, bei dem man jeden Tag unglücklich aus der Tür geht und das nur, um sich dann unnütze Dinge zu kaufen. Es war wie eine seelische Reinigung, sich von all den Gegenständen und Klamotten zu trennen.

Was hat mir geholfen ein Minimalist zu werden

„Wie würde Jesus leben, wenn er mein Leben leben würde?“

Dieser Satz hat mir extrem dabei geholfen Tag für Tag immer mehr ein Minimalist zu werden. Jesus war ein Minimalist durch und durch. Wenn ich mir die Frage stelle: „Würde Jesus 30 paar Schuhe besitzen, würde er das tun und jenes machen, dann kann ich sie sehr oft ganz klar verneinen. Natürlich kommen wir niemals an ihn ran, aber in einer Gesellschaft ohne richtige Vorbilder ist er ein all time Vorbild. Sein Leben und seine Taten haben schon damals für Furore gesorgt und tun es heute noch. Jesus ist ein zeitloser Minimalist.

Warum du ein Minimalist werden solltest

Dein Kleiderschrank ist voll und du hast nichts zum Anziehen? Dein Konto ist Mitte des Monats leergefegt? Du bist ständig im Stress? Du kommst selten runter? Du hast kaum Freizeit? Dein Job geht dir auf den Sack? Dann bist du reif für die Minimalismus-Therapie.

Du gewinnst mehr Zeit für dich und Menschen, die du magst. Du kannst mehr Bücher lesen, raus gehen, die Natur genießen, Skateboard fahren, Klingelmännchen spielen. Stell dir vor, Handwerksmeister Hans Günter Schmitz spielt abends mit seinem Kumpel Mustafa Karadag ne runde Klingelmännchen, einfach nur, weil er dank der Minimalismus-Therapie wieder Zeit hat seinen Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Bald kannst auch du ein Hans Günter Schmitz werden!

Der erste Schritt zum Minimalismus

In den kommenden Wochen/Monaten folgt eine Reihe von minimalistischen Tipps, wie z.B. den Kleiderschrank minimalistisch gestalten, minimalistische Körperpflege, minimalistische Küche, den Tag richtig organisieren, minimalistische Internetseiten (Inspiration) usw. Wenn du weitere Themen hast, die dich in diesem Bereich interessieren, dann lass es mich in den Kommentaren oder per Mail wissen.

Bis dahin gibt es eine Aufgabe für dich, -> Konsum-Buch anschaffen. Klingt nach Peitsche und unangenehm, aber glaub mir, macht Spaß und ist wie ein Malbuch für Erwachsene. In meinem Artikel „Das Konsum-Buch, lebst du noch oder konsumierst du schon?“ erhältst du eine Anleitung dazu.

Du musst nicht dein ganzes Leben minimalistisch gestalten. Dir ist es frei überlassen welche Lebensbereiche du „minimalisieren“ willst, um mehr Zeit und Freiheit zu gewinnen.

Übrigens, auf dem Bild siehst du meine ersten Stunden frisch nach der Minimalismus-Therapie. Das war nur der Anfang.

Kommentare (8)

  1. Richtig toller Artikel! Ich befreie mich im Moment auch mehr und mehr von blöden Altlasten und werde minimalistischer und es tut einfach so gut! Ein echt befreiendes Gefühl 🙂

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  2. Daumen ganz weit hoch. Ich freu mich auf die Reihe!

  3. HAllOO JU 🙂
    Ein richtig richtig guter Artikel ! Ich nehme mir gerade auch vor, mein Zimmer zu entmisten… Ich finde das bloß immer ziemlich schwierig, schließlich köööööönte man das ja nochmal gebrauchen!
    Und auch das Beispiel mit Jesus finde ich sehr passend und lässt sich auch auf viele andere Bereiche übertragen…

    • Hi Sara, vielen Dank dir 🙂
      Ja, Jesus hat es ganz schön drauf….
      Mein erster Impus hilft mir dabei immer und der ist meistens „weg damit“ und damit liege ich meistens richtig 😀
      Mach das mal für einen Anlauf und wenn du dann ein paar Monate mit „leeren“ Schrank lebst vermisst du kein einzige Klamotten-Leiche. So geht es mir zumindest 🙂
      Ich muss mittlerweile aufpassen nicht zu viel auszumisten. Ich kriege richtig Gefallen daran 😀
      Berichte mal wie deine Ausmist-Aktion gelaufen ist 😉

  4. Sehr schöner Artikel.
    Richtig gut geschrieben. Man merkt die Leidenschaft, bzw. fast schon Liebe zum Minimalismus. Kann ich sehr gut nachvollziehen da ich mich mittlerweile auch bereits zu den ‚Hardcore Minimalisten‘ zählen möchte.

    Einen Punkt würde ich jedoch so nicht weiterempfehlen. Jeder Mensch hat seine eigenen Farben die ihn strahlen lassen. (Bzw. unscheinbar wirken lassen) Die Auswirkungen auf das eigene Selbstwertgefühl sind ENORM! Deshalb wäre meine erste Empfehlung eine Farb und Stilberatung. Dann hat man bereits etwas worauf man aufbauen kann. Nur so als kleiner Tipp.

    • Hi Zoey,
      vielen Dank und danke für den Tipp 🙂

      Ich liebe schwarz und weiß, weil es in meinem Kopf so bunt ist. Da genieße ich das „farblose“ um mich herum. Aber das muss nicht bei jedem die Farbe schwarz oder weiß sein, um Minimalismus zu leben. Das habe ich auch im Artikel erwähnt 😉 oder ich verstehe nicht ganz deine Aussage was du nicht weiterempfehlen kannst 🙂
      Für manche, die ihren Weg noch nicht gefunden haben wäre das in der Tat etwas mit der Stilberatung. Hast du das schon mal in Anspruch genommen? Eine Bekannte hat das mal gemacht und fand es nicht so gut. Also sie war nicht zufrieden mit der Beratung.

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