Wie kann man Kinder gesund großziehen?

vegane Ernährung für Kinder

Immer wieder fällt mir auf, dass Kinder mit Essen ruhig gestellt werden. „Wenn du lieb bist, dann gibt es Schokolade.“ Kinder haben keine Ahnung was gesunde Ernährung bedeutet. Sie essen am liebsten das, was lecker ist und vor allem dazu noch ansprechend aussieht. Auch höre ich oft: „Ich weiß nicht was ich tun soll, aber meine Kinder wollen einfach kein Gemüse essen.“

Eltern sind Vorbilder. Kinder ahmen nach was diese machen und wenn diese Chips, Schokolade, fettige Pommes usw. essen, warum sollten sie dann Broccoli essen? Da kann ich Kinder absolut nachvollziehen. Das Bewusstsein warum gesunde Ernährung wichtig ist, kommt erst mit den Jahren. Den Grundstein legen Eltern und wenn von Geburt an die eben genannten Lebensmittel integriert werden, dann schütten diese bei Kindern mehr Dopamin aus wie ein Broccoli. Dopamin macht unglaublich glücklich. Desto kaloriendichter ein Lebensmittel ist, desto glücklicher macht uns das. Hört sich zunächst gut an. Problem ist nur, wenn wir wieder Lebensmittel essen, die weniger kaloriendicht (z.B. Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte) sind, schmecken sie nicht mehr so gut. Mehr dazu im Artikel: „Alles in Maßen. Der Mythos der Mäßigung – The Pleasure Trap.

 

Was kann man tun, damit Kinder mehr Obst und Gemüse essen?

Essen nicht werten. Süßigkeiten werden mit Belohnung assoziiert. „Wenn du dein Gemüse isst, dann gibt es Schokolade.“ Gut gemeint von den Eltern, aber nicht die beste Lösung. Vor allem können Eltern das nicht von ihren Kindern erwarten, wenn regelmäßig Schokolade und andere Verdächtige zur Belohnung verabreicht werden. Das ist genau so als würde ich einem Drogensüchtigen sagen: „Sorry Bruder, heute gibt es nur eine Zigarette im Angebot. Ab nächster Woche, wenn du lieb bist dann wieder den Joint.“

Ein Mädchen wurde im Kindergarten von ihrem Erzieher gefragt was ihr Lieblingsessen sei. Rosenkohl antwortete sie. Der Erzieher schaute sie komisch an und meinte nur „bah“. Das Mädchen kam aus einem Haushalt wo Lebensmittel nicht gewertet wurden. Von dem Zeitpunkt an fing sie jedoch an Rosenkohl nicht mehr zu mögen. Kinder wollen dazugehören. Sie wollen so sein wie alle und nicht komisch rüberkommen.

Ich weiß, dass es schwierig ist Essen nicht zu werten. Manche Kinder sind besonders speziell was Essen angeht. Aber man sollte versuchen Kinder nicht mit Essen/Süßigkeiten zu belohnen. Kinder verhungern nicht, sie werden schon essen, wenn der Hunger erstmal groß ist. Der Teller muss nicht leer gegessen werden, damit dann eine Belohnung in Form von Schokolade erfolgt.

Bei Kindern wo eine gesunde Ernährung hervorragend klappt, siehe hier:

Nutrition by Victoria

 

Darf mein Kind das Essen im Kindergarten oder in der Schulkantine essen?

Wie kann man Kinder gesund groß werden lassen, wenn öffentliche Schulen und Kindergärten voll mit Junkfood sind? Ich würde mein Kind das nicht essen lassen. Was kann man stattdessen tun? Dr. Doug Lisle empfiehlt eigenes Essen mitzunehmen, z.B. in Form von einer Lunchbox. Viele Kinder haben heutzutage eine und es ist keine große Sache oder ungewöhnlich.

Kinder wollen dazugehören. Was hat Lieschen Müller in ihrer Lunchbox was ich nicht habe? Ziel: Das Essen sollte ähnlich aussehen wie das der anderen. Es sollte äußerlich kaum anders aussehen, aber sich dafür inhaltlich unterscheiden. Jedoch ist das kaum bemerkbar für Kinder. Reingelegt 😉

Eltern sind, was ihre Sprösslinge angeht teilweise schon fanatisch, dass ausschließlich NUR gesundes Essen auf den Tisch kommt. Es braucht Jahrzehnte bis sich Krankheiten entwickeln. Eltern haben diesen Spleen was in den ersten paar Lebensjahren passiert ist zehnmal wichtiger als was später im Leben im Hinblick auf die Gesundheit passiert. Das ist absolut nicht wahr. Was in den frühen Jahren passiert ist möglicherweise sogar weniger wichtig als was später passiert.

Szenario: Die böse vegane Schwiegertochter streitet mit ihren Schwiegereltern wegen der Cola, die Lieschen bei Oma trinken darf. Man sollte sich weniger sorgen darüber machen, ob man ab und zu Pommes isst oder Cola trinkt. Es braucht Jahrzehnte bis diese sich auf die Gesundheit auswirken können. Man sollte sich vielmehr sorgen über MILCHPRODUKTE machen. Milchprodukte korrelieren besonders mit Autoimmunerkrankungen. Natürlich nicht hundertprozentig. Es ist nicht so, dass man bei einem Stück Käse direkt eine Autoimmunerkrankung bekommt. Hierzu gleich mehr.

Als Eltern sollte man somit versuchen sicherzustellen, dass das Kind keine Milchprodukte bekommt. Ein bisschen Junk-Food hier und da ist ok, der menschliche Körper ist robust und knickt davon nicht gleich ein. Jedes Kind hat eine individuelle Persönlichkeit und als Eltern sollte man versuchen darauf einzugehen. Sei smart im Hinblick auf sozialen Druck im Hinblick auf die Kommunikation, dass dein Kind keine Milchprodukte konsumieren sollte. Mach es für dich und das Kind so einfach wie möglich. Du musst dem sozialen Umfeld auch nicht auf die Nase binden wie schlimm Milchprodukte sind. Das kann manche ziemlich überfordern. Sieh es so: Du weißt, dass Milchprodukte risikoreich sind, aber nicht das Gift höchstpersönlich. Und weil du weißt, dass es risikoreich ist handhabst du es mit deiner Familie auf deine Art. Mach dir nicht sorgen darüber was Tante Susanne oder die Mutter des Spielkameraden deines Kindes denkt.
Die Gurte im Flugzeug anzulegen ist sicherer als sie nicht anzulegen. Die meisten Familien, die sie nicht anlegen sind meistens auch ok, sie überleben. Ist es jedoch smart den Sicherheitsgurt anzulegen? Selbstverständlich. Genau so sollten es Eltern im Hinblick auf Milchprodukte sehen.

(Dieser Abschnitt basiert auf Empfehlung von Dr. Doug Lisle aus dem Webinar Dr. Doug Lisle: Live Q&A Session, Webinar 07/14/2016 ab Minute 16:30).

 

Darf mein Kind kein Junkfood mehr essen?

Laut Dr. Doug Lisle sollte man sich viel weniger über Junkfood sorgen machen als vielmehr über Milchprodukte. Man sollte sich weniger sorgen darüber machen, wenn das Kind mal frittierte Pommes mit Ketchup auf einem Kindergeburtstag isst. Wenn der größte Teil der Kinder aus einer pflanzlichen Ernährung besteht, dann ist schon mal ein großer Teil getan. Wenn Kindern mal bei Oma und Opa Eis kriegen gibt es kein Grund zur Sorge. Als Eltern sollte man nur sicherstellen, dass Omi und Opi statt Milcheis servieren es durch pflanzliche Eissorten auszutauschen, wie beispielsweise Sojaeis, Sorbets, etc. Wenn Oma und Opa es nicht verstehen, dann einfach sagen: „Wie vertragen keine Milchprodukte.“ Heutzutage hat jeder irgendeine Allergie oder Unverträglichkeit. Da kann man diese Karte mal zücken 😉 Ich weiß, dass es manchen schwer fällt zu sagen: “Sorry, aber Milch- und Fleischprodukte sorgen für den größten Teil unserer Volkskrankheiten, deswegen essen wir das nicht.“ Das werden Oma und Opa auf keinen Fall verstehen und damit überrollt man sie. Ausnahmen gibt es hier und da mal, aber es ist schmerzfreier es mit einer Unverträglichkeit zu verargumentieren.

Summa summarum: Als Eltern unbedingt dafür sorgen keine Milch- und Fleischprodukte den Kindern auftischen. Junkfood (veganes) hier und da mal ist absolut in Ordnung.

 

Es ist unfair Kinder ungesund zu ernähren

Beispiel: Wenn Kinder im Alter zwischen 5 und 10 regelmäßig mit Milchprodukten gefüttert wurden und zur Folge Diabetes bekommen haben, müssen sie das ihr Leben lang austragen, weil sie es nicht besser wussten. Das ist nicht fair! Sobald sie älter als 18 sind, dann ist es ihr eigenes Problem. Eltern haben bis dahin die Verantwortung. Es geht hier um wissende Eltern. Stell dir vor, du weißt, dass Salami oder das tägliche Stück Käse ungesund sind und du erlaubst es, dass es passiert.  Stell dir vor dein Kind steht dir im Alter von 25 Jahren gegenüber und sagt: „Warum hast du mir damals erlaubt jeden Tag Sahneeis als Nachtisch zu essen oder Käse auf dem Brot?“ Du: „Du hast es gemocht.“ Vergiss es. Das wird nicht ziehen.

Dr. Doug Lisle ist bezüglich veganem Junk-Food nicht militant, wo er es jedoch ist und es Familien empfiehlt ist bezüglich Milchprodukten. Selbstverständlich endet nicht jedes Kind mit Wohlstandskrankheiten wie Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Übergewicht, kardiovaskulären Krankheiten, etc., ABER einer von 16 schon und das ist erschreckend hoch! Hier sollte man als Eltern den Hebel setzten -> keine Milchprodukte!

„Klar, meinen Kindern passiert das nicht und Lieschen Müller unserer süßen Nachbarin auch nicht.“ Wenn du das Risiko dieser eben genannten Krankheiten beim Verzicht von Milchprodukten von 1:16 auf 1:100 minimieren kannst, warum solltest du es dann nicht tun?

Wenn man als Eltern gegen alles kämpft (veganes Junkfood, usw.) hat man in der Elternrolle zu viele Kämpfe zu kämpfen. Wenn man als Eltern jedoch für eine Sache kämpft (keine Milchprodukte!), dann gewinnet man bei weitem das Wichtigste. Die anderen Dinge werden weniger bekämpft (z.B. hier und da mal ein veganes Eis bei Oma und Opa). Denn somit zeigt man als Eltern überall sonst Toleranz, sodass man Militanz demonstriert in der einen Sache die zählt -> keine Milchprodukte.

(Dieser Abschnitt basiert auf Empfehlung von Dr. Doug Lisle aus dem Webinar Dr. Doug Lisle: Live Q&A Session, Webinar 07/14/2016 ab Minute 43:45)

Demnächst gibt es eine detaillierte Fortsetzung zum Thema vegane Ernährung für Babys und Kinder.

 

P.S.: Ich liebe Dr. Doug Lisle. Es gibt nichts, was er nicht weiß. Er ist Psychologe, Autor des Buchs „The Pleasure Trap“ und Berater beim Health Center von Dr. McDougall und dem von TrueNorth Health Center. Er bietet auch persönliche Skype-Beratungen an.

 

Empfehlenswerte Literatur

China Study – Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise*

Die High-Carb Diät* (von Dr. McDougall)

InterEssen: Ernährungswissenschaft zwischen Ökonomie und Gesundheit*

How Not to Die: Discover the Foods Scientifically Proven to Prevent and Reverse Disease*

The Low-Carb Fraud*

 

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