Salz bringt nicht nur Würze auf den Teller, sondern auch ins Leben. Auf dem äußeren und unteren Bereich unserer Zunge befinden sich Geschmacksnerven höchstpersönlich nur für Salz. Einerseits hört man immer wieder, dass zu viel Salz ungesund sei und gleichzeitig ist unser Essen paniert mit Salz. Doch wie viel ist genug und gesund? Schauen wir uns dazu zunächst einmal ein paar Fakten über Salz an.

 

Der Mensch liebt Salz

Wir sind physiologisch dazu geschaffen Verlangen nach Salz zu haben. Das Verlangen nach Salz führt uns dazu lebenswichtige Mineralien zu konsumieren. Eins davon ist Natrium, welches sich nicht nur in Salz befindet, sondern auch in pflanzlichen Lebensmitteln.

Unser natürlicher Instinkt Salz mit all den anderen gesunden Komponenten zu konsumieren funktionierte immer wunderbar, bis die Lebensmittel-Industrie clevere Wege gefunden hat unseren Instinkt gegen uns zu verwenden (McDougall, 2012, S. 176).

Ca. 80 % von dem Salzgehalt, den wir zu uns nehmen ist in unserem Essen bereits verarbeitet. Das meiste Salz steckt im verarbeiteten Fleisch, Käse und abgepacktem Essen. Kannst du dir vorstellen wie Käse und Fleisch ohne Salz schmecken? Um Geschmack an diese Lebensmittel zu bekommen, wird mit Speisesalz nachgeholfen.

 

Raffiniertes Kochsalz

In den meisten Lebensmitteln wird heut zu Tage raffiniertes Kochsalz (Speisesalz) verwendet. Durch die industrielle Verarbeitung des Salzes werden alle Mineralstoffe entfernt und es bleibt nur noch das pure Natriumchlorid (NaCl) übrig. „Es kommt in isolierter Form in der Natur so nicht vor und ist für die Zellen und Organe giftig. Aus dem lebenswichtigen naturbelassenen Vollwertsalz wird durch die Raffinierung ein schädliches Konsumprodukt.

Nicht ausgeschiedene Natriumchlorid-Kristalle lagern sich in Zellen, Arterien, Venen, Blutgefäßen, in Gelenken und im Gewebe als Kristalle ab. Sie zeigen sich z.B. als kristallinen Ablagerungen an Gelenken (siehe Gicht), von Gefäßverengungen (z.B. Herzkranzgefäße, Herzinfarktneigung) oder Gefäßverschlüssen wie Thrombose- und Emboliegefahr (Lorber, 2015).

Und was die Cellulite angeht, wenn der Körper das durch Zellwasser isolierte Natriumchlorid im raffinierten Siede- und Kochsalz nicht ausreichend verdünnt und neutralisiert bzw. ausscheiden kann, legt er Depots dafür an und lagert sie als Schlackestoff ab. Es bilden sich übersäuerte Ödeme und Wassergewebe, der so allerseits geliebten Cellulite (Lorber, 2015).

Aus diesen Gründen ist es empfehlenswert auf unraffiniertes Salz zurückzugreifen, wie z. B. Stein-, Meer- oder Himalayasalz.

 

Wie viel Salz brauchen wir tatsächlich und welche Alternative gibt es?

Die DGE empfiehlt 1500 mg Natrium pro Tag, das macht 1397 g Salz. Also nicht mal von einem Teelöffel ist hier die Rede. Zum Vergleich: 100 g Käse enthält ca. 500 mg Natrium und Salami 510 mg. Der westliche Durchschnittsbürger konsumiert ca. 3500 mg Natrium täglich.

Tatsächlich braucht der Mensch nur 50 mg Natrium pro Tag, damit der Bedarf des Basisstoffwechsels gedeckt wird.

Eine Ernährung, die auf Stärke, Gemüse und Obst basiert, ohne zugesetztes Natrium, enthält zwischen 200 und 500 Milligramm. Demnach besteht kein Grund zur Sorge eines Natriummangels.

Ein halber Teelöffel Salz entspricht ca. 1100 mg Natrium. Zusammen mit einer pflanzlichen Nahrung reich an Stärke, Gemüse und Obst kommt man auf ca. 1500 mg/Tag. Somit kommst du an einem Tag nicht über die Grenze der empfohlenen Menge von 1500 mg.

Der Körper ist bei dieser geringen Menge an Natrium sehr gut in der Lage das überschüssige Salz durch die Nieren auszuscheiden.

Falls du zu den Personen gehörst, die sehr viel Salz essen, wären gute Alternativen z. B. Würzhefeflocken* oder reiner Zitronensaft. Die Geschmacksnerven für „sauer“ befinden sich neben den „salzigen“. Ein leicht säurehaltiger Geschmack kommt dem salzigen somit nahe. Probiere es aus!

 

Die Meinungen der Ärzte gehen auseinander

Bei den Ärzten, die zur Prävention und Heilung von bestimmten Krankheiten eine pflanzliche Ernährung einsetzten, spalten sich die Meinungen zum Thema Salz. Manche sind gegen einen zusätzlichen Salzkonsum, z. B. Dr. Alan Goldhammer. Laut Dr. Goldhammer regt Salz uns dazu an über das Sättigungsgefühl hinaus zu essen. Mehr darüber, was Dr. Goldhammer (Gründer des TrueNorth Health Center) zum Thema Salz berichtet, erfährst du in seinem kurzem Video: Are Oils & Salts Healthy?

Allerdings sieht es Dr. McDougall, Autor der Starch Solution (Link Amazon) nicht ganz so eng mit dem Salz. Er vertritt die Meinung, dass es wichtiger sei den Menschen die pflanzenbasierte Nahrung näherzubringen, um somit den Großteil der Krankheiten vorzubeugen. Dies kann dann bedeuten das Essen ein wenig nachzusalzen, um es schmackhafter zu machen.

Er empfiehlt das Salz über das Essen am Tisch selbst zu rieseln, wenn man auf Salz nicht verzichten kann. Das Salz berührt direkt die Geschmacksnerven der Zunge und ist so viel intensiver herauszuschmecken als es schon beim Kochvorgang ins Essen zu geben. Beim Kochvorgang wird es mit den anderen Zutaten vermischt und so geht ein großer Teil des salzigen Geschmacks schon währenddessen verloren. Im Endeffekt isst du somit mehr Salz als es deinen Geschmacksnerven eigentlich gereicht hätte.

In dem Artikel Salt: The Scapegoat fort he Western Diet geht Dr. McDougall ausführlicher auf das Thema Salz ein.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die größten Salzbomben tierische und verarbeitete Lebensmittel sind. Lässt man diese weg, kann man ruhigen Gewissens einen halben Teelöffel Salz pro Tag zusätzlich konsumieren. Salz an sich hat zwar keine Kalorien, jedoch ist es ein Geschmacksträger und regt dazu an noch mehr zu essen.

Aus diesem Grund braucht es ca. 3 Wochen bis die Geschmacksnerven sich daran gewöhnen kein Salz mehr zu bekommen oder nur sehr wenig. Bei einem Verzicht schmeckt zunächst alles fad und geschmacklos. Von Woche zu Woche gewöhnen sich die Geschmacksnerven daran und der Genuss kommt zurück.

 

Literatur

McDougall, John, (2012), The Starch Solution, Rodale: New York

McDougall, John, (2008), Salt: The Scapegoat for the Western Diet abgerufen am: 28.05.2019 von https://www.drmcdougall.com/misc/2008nl/aug/salt.htm

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., 2015, Natrium, Kalium Chlorid abgerufen am: 10. Mai 2015 von https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/natrium-chlorid-kalium/

Lorber, J., 2015, Krank durch zu viel raffiniertes Speisesalz
und zu wenig naturbelassenes Salz abgerufen am: 10. Mai 2015 von  http://www.j-lorber.de/gesund/salz/salz-als-zellgift.htm

http://www.etikettenschwindel.info/html/salzrechner.php

Kienappel, M. 2015, Salz – Weißes Gold oder weißes Gift? abberufen am: 10. Mai 2015 von http://equapio.com/de/gesundheit/salz-und-natriumchlorid/

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Satt sein ohne Portionskontrolle, will das nicht jeder? Das war bis vor ein paar Jahren unmöglich für mich ohne zuzunehmen. Anfang 2014 entdeckte ich die pflanzliche Ernährung. Ich wurde über Nacht satt, war meinen Heißhunger los und Jojo-Diäten gehörten der Vergangenheit an.

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