Im Medizinstudium lernt man leider wenig bis nichts über eine gesunde Ernährungsweise sowie deren präventive Wirkung in Bezug auf viele Krankheiten.

Ein Arzt, der sich damit seit über 40 Jahren beschäftigt, ist Dr. McDougall. Er ist Vorreiter der Präventiv-Medizin und behandelt seine Patienten fast ausschließlich mit einer rein pflanzlichen Ernährung und darunter auch schwangere. Seine Empfehlung lautet, dass eine rein pflanzliche Ernährung für alle Altersgruppen ohne Bedenken konsumiert werden sollte. Es schützt sogar die werdende Mutter und das Baby.

Folgende Punkte basieren auf seinen Empfehlungen. Die englischsprachige Version findest du auf Dr. McDougalls Website als PDF-Version: The McDougall Diet for Pregnancy.

 

Eine Schwangerschaft ändert die menschliche Ernährung nicht

Alle großen, schlanken Populationen in der menschlichen Geschichte haben die Mehrheit ihrer Kalorien aus stärkehaltigen Lebensmitteln erhalten.

Asiaten essen Reis, Süßkartoffeln und Buchweizen; Inkas in Süd Amerika Kartoffeln, Mayas und Azteken in Zentral Amerika Mais, Ägypter im Mittleren Westen Weizen. Fleisch wurde, wenn überhaupt, nur minimal konsumiert und Milchprodukte überhaupt nicht. Aus diesem Grund zeigen wissenschaftliche Dokumentationen, was Menschen über die letzten 13.000 Jahren gegessen haben und das sagt auch aus, was die ideale Ernährung für eine schwangere Frau ist. Das ist eine Ernährung reich an Stärke (Reis, Mais, Kartoffeln, Bohnen, etc.) mit der Zugabe von Gemüse und Obst (McDougall, 2011, S. 1-2).

 

Morgendliche Übelkeit schützt das Baby vor Fleisch

Die allzeit beliebte morgendliche Übelkeit im ersten Trimester der Schwangerschaft ist ein Mechanismus, der Mutter und Embryo schützt. So sorgt der Körper dafür, dass bestimmte Lebensmittel, die dem Ungeborenen und der Mutter schaden, nicht konsumiert werden.

Schätzungsweise zweidrittel der Frauen erfahren diese Übelkeit oder sogar Erbrechen. Die gute Nachricht: Frauen, die diese morgendliche Übelkeit aufweisen haben ein geringeres Risiko auf Fehlgeburten. Untersuchungen ergaben, dass vor allem Abneigungen gegenüber Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier auftraten (McDougall, 2011, S. 3).

 

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht empfehlenswert

Während der Schwangerschaft wird besonders gerne Folsäure supplementiert. Hoch konzentrierte, isolierte Vitamine können jedoch Mutter und Kind einem hohen Risiko aussetzen. Diese Vitamine kreieren ein Ungleichgewicht im Körper. Supplementierte Folsäure kann beispielsweise das Risiko für Autismus und Asthma beim Kind erhöhen.

Finger weg von sogenannten „Schwangerschaftsvitaminen“. Alle Vitamine, die Frau und Baby brauchen sind in einer rein pflanzlichen, stärkebasierten Ernährung vorhanden. Das einzige Vitamin, welches während der Schwangerschaft empfehlenswert ist, das ist B12 (mindestens 5 Mikrogramm täglich) (McDougall, 2011, S. 4).

Ausnahme: Vitamin B12

Vitamin B12 ist ein Mikroorganismus und kein Vitamin im herkömmlichen Sinne. Diese Mikroorganismen befinden sich beim Menschen hauptsächlich im Dickdarm. Auch Tiere und Bodenbakterien enthalten diese Bakterien. Menschen scheiden dieses Bakterium jedoch aus und müssen es durch die Nahrung aufnehmen.

Es ist ein Mythos, dass nur Veganer einen Vitamin B12-Mangel erleiden können. Das Vitamin B12-Vorkommen hängt nicht von Tieren, sondern von dem Vorhandensein bestimmter Mikroorganismen ab.
Mutter Natur ist nicht mehr das, was es mal war mit den Mikroorganismen. Vitamin B12 in kleinen Mengen zu supplementieren kann somit für jeden sinnvoll sein.

 

Fisch und dessen Omega-3 Fette wirken sich nachteilig auf die Schwangerschaft aus

Kein Wunder, dass Menschen Angst haben zu wenig Omega-3 Fettsäuren (wie DHA und EPA) aufzunehmen, wenn man mit Geschichten wie “Hirnschäden” in Berührung kommt.

Es gibt keinen Beweis, dass die steigende Aufnahme von DHA (pflanzliches) bei schwangeren und stillenden Müttern, irgendeinen Effekt auf das Baby haben. Jedoch gibt es wesentliche Beweise dafür, dass eine hohe Aufnahme von Fischfett sich nachteilig auf Mutter und das Baby auswirken.

Es erhöht das Gewicht des Babys und das wiederum kann zu Verletzungen während der Geburt oder einem Kaiserschnitt führen. Ebenso ist ein Anstieg bei Säuglingssterblichkeit bei fischessenden Populationen zu verzeichnen. Weiterhin kann die Einnahme von Fischölkapseln zu Bluthochdruck bei Müttern führen.

Pflanzen enthalten genug Omgega-3-Fettsäuren

Man muss kein zusätzliches Fischöl, Leinöl, Leinsamen, Walnüsse oder dergleichen konsumieren. Mit der Ernährung nach Dr. McDougall* ist man ausreichend versorgt. Der Mythos, man müsse zusätzlich Omega-3 durch Fischöl konsumieren, kommt von der Fischindustrie.

Während der Schwangerschaft sollte auf Meeresfrüchte und Fisch verzichtet werden. Besonders Fisch ist die Hauptquelle für giftiges Methylquecksilber. Das kann das Gehirn des Babys schädigen, Gedächtnisverlust, Lernschwächen usw. verursachen. Selbst winzige Mengen können die Entwicklung des Fötus schädigen (McDougall, 2011, S. 4).
Solltest du dennoch um deine Omega-3-Zufuhr besorgt sein, empfehle ich dir dieses aus Algen zu konsumieren, in Form von Kapseln*.

 

Kalzium und Protein

Diese beiden sorgen bei Eltern immer noch für Panikattacken. Eltern sind völlig verwirrt durch Fehlinformationen der Milch- und Fleischindustrie. Milchprodukte entziehen dem Körper sogar Kalzium. Artikel: Warum Milchprodukte deinem Körper Kalzium entziehen.

Alle Pflanzen enthalten mehr als genug Protein für das Baby. Muttermilch enthält beispielsweise im Schnitt nur um die 5 % Protein. Kuhmilch vergleichsweise fast dreimal so viel.

Kuhmilch ist die Nahrung für Kälber. Diese wachsen innerhalb eines Jahres zu dicken, riesigen Kühen heran. Will man von seinem Baby eine dicke Kuh machen, dann ist Kuhmilch genau das Richtige. Warum wachsen Kälber so schnell und werden so groß? Weil Kuhmilch speziell für die Spezies Kuh ausgelegt ist und nicht für die des Menschen. Kuhmilch enthält über 80 Hormone, die alles im Körper zum Wachsen anregen. Östrogen, Progesteron, Insulin und der Hautwachstumsfaktor EGF sind nur ein kleiner Teil dieser Hormone (Freedman & Barnouin, 2008, S. 152).

The World Health Organization empfiehlt während der Schwangerschaft 6 % der täglich konsumierten Kalorien durch Protein zu decken und eine stillende Frau benötigt 7 %. Diese Menge ist spielend leicht durch pflanzliche Quellen zu decken (McDougall, 1997, Newsletter).

%-Kalorien von Protein:

  • Reis 8
  • Mais 12
  • Gebackene Kartoffel 10
  • Pinto Bohnen 24
  • Broccoli 43 (wow!)
  • Blumenkohl 33
  • Zucchini 17
  • Orange 9
  • Erdbeeren 8

Biologisch angebaute Lebensmittel ohne Pestizide sind natürlich das Optimum. Aber der noch viel größere und wirklich wichtigere Schritt ist ALLE tierischen Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen.

Fleisch enthält bis zu 14-mal mehr Pestizide als Obst und Gemüse. Milchprodukte weisen immer noch 5-mal höhere Werte auf als rein pflanzliche Lebensmittel (Freedman & Barnouin, 2008, S. 52).

Weiterhin können pflanzliche Lebensmittel genetische Schäden reparieren, besonders die das Nervensystem betreffen (z. B. offener Rücken). Auch Männer profitieren von einer rein pflanzlichen Ernährung. Pflanzen machen tolles Sperma (McDougall, 2011, S. 3).

Ein weiterer Bonus einer rein pflanzlichen Ernährung ist, dass sowohl Mutter als auch Baby ein gesundes Gewicht erreichen. Man fühlt sich energiegeladen und hat weniger Wassereinlagerungen. Rundum ist es eine angenehme und schöne Schwangerschaft, wie viele Pflanzen-Mamis berichten (McDougall, 1997, Newsletter).

 

Meine persönliche Empfehlung in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel

Mittlerweile gibt es sehr gute vegane Alternativen zu Omega-3 in Form von Algenöl in Kapselform*. Bei einer Ernährung, mit wenig grünem Gemüse, ist es ratsam zu supplementieren. Die Omega-3-Fettsäuren in Fischen gelangen durch die Nahrungsaufnahme von Algen in ihren Körper. Somit kann das Omega-3 direkt aus erster Quelle konsumieren, ohne den negativen Effekt des Fisches selbst aufzunehmen.

In seltenen Fällen (z. B. einseitige Ernährung mit wenig Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchten) ist eine zusätzliche Einnahme von Vitaminen für Schwangere in Betracht zu ziehen, wenn ein Mangel vorliegt.  Hier empfiehlt es sich vorab einen Test zu machen, um den Körper nicht unnötig mit einer Überdosierung von Vitaminen zu belasten. Eine Überdosierung kann genauso schädlich sein wie ein Mangel.
Das folgende Beispiel macht dies deutlich. Der menschliche Körper verfügt über 50 Carotinoide mit einem Provitamin-A-Charakter. Carotinoide sind sekundären Pflanzenstoffe, die für den Menschen als nicht essentiell gelten, jedoch gesundheitsfördernd sind. Wenn eine der 50 Zellen beispielsweise durch ein Vitaminpräparat in Form von Beta-Carotin eingenommen wird, ist das eine Reizüberflutung für die anderen 49 Carotinoide, dass ein Nährstoffungleichgewicht kreiert wird. Schlussendlich können die Zellen andere Nährstoffe nicht in ausreichender Menge aufnehmen.

Randomisierte Studien mit über 150.000 Versuchspersonen bewiesen, dass die Einnahme von isolierten Vitaminen das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs, vorzeitigem Tod, Osteoporose, Nierenschädigungen bei Diabetikern und ein Anstieg bei Atemwegsinfektionen anstiegen lies (McDougall S. 157-158). Deswegen ist bei der zusätzlichen Einnahme von Vitaminpräparaten zunächst Vorsicht geboten.

Empfehlenswerte Literatur

China Study – Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise*

Die High-Carb Diät* (von Dr. McDougall)

InterEssen: Ernährungswissenschaft zwischen Ökonomie und Gesundheit*

The Low-Carb Fraud*

Quellen

Freedman Rory & Barnouin Kim, (2008), Skinny Bitch – Die Wahrheit über schlechtes Essen, fette Frauen und gutes Aussehen, Goldmann: München

drmcdougall, 2011, The McDougall Diet for Pregnancy abgerufen am: 25.05.2016 von https://www.drmcdougall.com/misc/2011nl/jan/pregnancy.pdf

drmcdougall, 1997, NUTRITION FOR PREGNANCY, abgerufen am: 25.05.2016 von https://www.drmcdougall.com/newsletter/march_april97.html

 

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Satt sein ohne Portionskontrolle, will das nicht jeder? Das war bis vor ein paar Jahren unmöglich für mich ohne zuzunehmen. Anfang 2014 entdeckte ich die pflanzliche Ernährung. Ich wurde über Nacht satt, war meinen Heißhunger los und Jojo-Diäten gehörten der Vergangenheit an.

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