Im Jahre 2010 kam ich das erste Mal in Berührung mit Naturkosmetik. Ich kaufte mir ein Naturkosmetik-Shampoo aus der Drogerie. Die Zufriedenheit hielt sich in Grenzen. Die Haare sahen selbst nach zwei Jahren trocken aus und viel schlimmer noch, meine Kopfhaut juckte wie hulle. Bis dato hatte ich nie damit zu kämpfen gehabt. Ich hatte sie alle durch: Alverde, Sante, Logona, usw. Ich dachte, weil auf der Verpackung Naturkosmetik steht und sogar mit Siegel, müsse der Inhalt gut sein. Weit gefällt. Meine damalige Hautärztin meinte die ätherischen Duftstoffe in der Naturkosmetik sind hoch allergen, die von vielen nicht vertragen werden. Es gibt noch weitere Inhaltsstoffe, die in 95 % der Naturkosmetik enthalten sind und ebenfalls nicht gut für uns sind.

Nur weil etwas natürlich oder „bio“ ist in der Kosmetik, heißt das noch lange nicht, dass es gut für die Haut und die Haare ist. Es ist wie mit Hanf. Es ist auch aus der Natur, aber wenn ich mir dauerhaft die Birne damit zu dröhne, dann verliere ich meine letzten produktiven Gehirnzellen.

Im Folgenden erfährst du welche Inhaltsstoffe u.a. in der Kosmetik zu meiden sind, vor allem welche häufig in der Naturkosmetik vorzufinden ist.

Das Thema Inhaltsstoffe in Kosmetik ist hoch komplex. Das hier ist nur eine grobe Zusammenstellung meiner selbst recherchierten Ergebnisse, die dir im Kosmetikjungle als kleine Hilfestellung/Orientierung dienen soll.

 

Jede Haut ist sensibel

Mischhaut, fettige Haut, feinporige Haut, großporige Haut, normale Haut, empfindliche Haut. Sie alle haben etwas gemeinsam: sie sind alle sensibel. Nur wenn man eine Creme oder Shampoo gut verträgt, sprich kein jucken hat oder dergleichen verspürt, heißt das nicht die Haut wird dadurch nicht gereizt. Denn die meisten Reizungen entstehen unbemerkt. Diese „Reizer“ in Kosmetik sorgen für vorzeitige Hautalterung, Trockenheit, unschönes Hautbild und vieles mehr. Typische Reizer sind Alkohol und Allergene Duftstoffe. Eitelkeit hin oder her, in der Regel benutzt man ein Kosmetikprodukt, um ein schönes und gepflegtes Ergebnis zu erzielen. Der Sinn sollte deswegen somit nicht frühzeitige Hautalterung sein. Achtung, nur weil sensitiv oder für sensible Haut auf der Verpackung steht, sind diese noch lange nicht sensibel. Auf die Inhaltsstoffe achten!

 

Hoch Allergene Duftstoffe

Naturkosmetik ist in der Regel vollgehauen mit hoch Allergenen Duftstoffen. Die Klassiker hierunter sind Linalool, Limonene, Geraniol. Folgende Duftstoffe sind zu meiden:

AMYL CINNAMAL
BENZYL ALCOHOL
CINNAMYL ALCOHOL
CITRAL
EUGENOL
HYDROXYCITRONELLAL
ISOEUGENOL
AMYLCINNAMYL ALCOHOL
BENZYL SALICYLATE
CINNAMAL
COUMARIN
GERANIOL
HYDROXYISOHEXYL 3-CYCLOHEXENE CARBOXALDEHYDE
ANISE ALCOHOL
BENZYL CINNAMATE
FARNESOL
BUTYLPHENYL METHYLPROPIONAL
LINALOOL
BENZYL BENZOATE
CITRONELLOL
HEXYL CINNAMAL
LIMONENE
METHYL 2-OCTYNOATE
ALPHA-ISOMETHYL IONONE
EVERNIA PRUNASTRI EXTRACT
EVERNIA FURFURACEA EXTRACT
Quelle: www.bvl.bund.de

Alkohol in Kosmetik

Alkohol in Kosmetik ist u.a. antimikrobiell, schaumvermindernd und konservierend. Zu unterscheiden ist zwischen schlechtem Alkohol und gutem Fettalkohol. Hohe Mengen vom ersteren trocknen die Haut zu stark aus, das zerstört auf Dauer die eigene Schutzbarriere der Haut und das wiederum führt zur vorzeitigen Hautalterung. Vor allem in Pflegeprodukten für ölige oder Mischhaut ist häufig viel Alkohol enthalten. Es entzieht der Haut zwar vorläufig das Öl, doch da zu viel entzogen wird vom eigenen Sebum, fettet man mehr nach als einem lieb ist. Die Obergrenze von Alkohol sollte bei 10 % liegen, besser weniger oder gar nicht vorhanden. Wenn die restlichen Inhaltsstoffe gut sind und Alkohol ganz weit hinten aufgelistet ist, dann kann man das Produkt nehmen. Das muss jeder für sich abwägen. Steht die Bezeichnung Alcohol jedoch weit vorne, meiden! Wenn man sich nicht sicher ist, dann kann man den Hersteller fragen. Für mich ist das jedoch nicht immer die Lösung und im Zweifel meide ich das Produkt.

Liste schlechter Alkohole

  • Ethanol
  • Alcohol
  • Alcohol denat.
  • Ethyl Alcohol
  • Methanol
  • Isopropyl Alcohol
  • SD Alcohol
  • Benzyl Alcohol

Gute Fettalkohole

Fettalkohole hören sich böse an, sind sie aber nicht, denn sie schützen die Haut vor dem Austrocknen und halten sie geschmeidig. Sie irritieren nicht und sind nicht komedogen. Komedogene Inhaltsstoffe können Pickel, Unreinheiten wie Mitesser und Akne begünstigen und fördern, wie z.B. Kokosöl.

Häufig verwendete Fettalkohole

Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Stearyl Alcohol

Weitere gute Alkohole

Hexyldecanol, Octyldodecanol, Behenyl Alcohol, Isocetyl Alcohol, Lauryl Alcohol, Acetylated Arachidyl Alcohol (wachsartig), Batyl Alcohol (Derivat von Glycerin) u.v.m.

Weitere gute Schmiermittel

Pflanzenöle, Sheabutter, Kakaobutter, u.v.m.

Quelle zum Thema Alkohl und Fettalkohol: www.super-twins.de

Merke: Desto weiter vorne ein Inhaltstoff aufgelistet ist, desto mehr ist davon enthalten.

 

Vorsicht bei Spülungen und Haarkuren

In naturkosmetischen Haarpflegemitteln aus der Drogerie ist Alkohol meistens ganz am Anfang der Inhaltsstoffe aufgeführt. Nicht gut, da er die Haare und Kopfhaut stark austrocknet. Also alles andere als pflegend. Man könnte meinen, herkömmliche Spülungen ohne Alkohol wären die Alternative, doch auch hier ist Vorsicht geboten. Da Silikon mittlerweile von vielen weitestgehend gemieden wird, hat die Kosmetikindustrie einen alternativen Inhaltsstoff in Spülungen und Kuren gepackt, um den gleichen Effekt wie Silikone zu erzielen. Der verdächtige nennt sich Behentrimonium Chlorid. Er sorgt für ein glattes Gefühl auf den Haaren, bessere Kämmbarkeit und verhindert elektrostatische Aufladung. Die Schattenseite von Behentrimonium Chlorid: es ist haut- und schleimhautreizend, allergisierend, wirkt austrocknend und ist schlecht biologisch abbaubar. Es hat keine pflegende Wirkung, sondern verbessert nur die Kämmbarkeit und glättet die Haaroberfläche (Quelle). Dieser Inhaltsstoff täuscht vorläufig nur eine gesunde Wirkung der Haare vor. Denn wenn sie dauerhaft gesund wären, müssten wir ja auch weiterhin keine Kuren und Spülungen verwenden. Somit keine gute Alternative zu Silikon. Auch hier wieder: abwägen. Am allerbesten wäre man nehme ein Produkt ohne Alkohol oder Behentrimonium Chlorid. Jedoch ist das nicht immer einfach zu finden oder das Portemonnaie lässt es nicht zu.

 

Sulfate, Silikon, Parabene und Co.

Sulfate

Der Klassiker unter den Sulfaten ist Sodium Lauryl Sulfat oder SLS. Es ist ein stark entfettender Schaumbildner, der zur Austrocknung von Kopfhaut und Haut führen kann. Hier eine Liste mit Tenside milden und weniger guten Tensiden.

Silikon

Ach ja, da muss ich immer an Brustimplantate und Fugen denken. In jeglicher Hinsicht, Silikon verschönert. Die Wirkung von Silikon ist umstritten. Einerseits machen sie die Haut schön glatt, feinporig und die Haare weich und glänzend, anderseits sollen sie angeblich die Kopfhaut versiegeln, undurchlässig machen, sodass Gifte und Schadstoffe nicht mehr austreten können. Das führt dazu, dass der Körper die Schadstoffe über andere Hautstellen ausscheidet und dadurch dann Hautprobleme wie unreine Haut, Pickel, Hautkrankheiten etc. entstehen können.

Vor allem Makeup kommt selten ohne Silikone aus, weil diese eben einen unglaublich schönen Elfenhauteffekt erzielen.

Darüber hinaus belasten Silikone die Umwelt. Anderseits belastet eine Plastikshampooflasche, die Naturkosmetik enthält ebenfalls die Umwelt.

Andere Stimmen besagen wiederum, dass Silikone die Haut sogar schützen, weil sie die Fähigkeit haben Feuchtigkeitsverlust zu vermeiden.

Obwohl die Meinung umstritten ist, meide ich sie weitestgehend dennoch. Denn bis auf diesen „Weichzeichnereffekt in Makeup oder vorübergehend glatte Haare, konnte ich für mich keine positiven, pflegenden Eigenschaften feststellen und bekomme davon Mitesser. Ich will eine aussagekräftige Studie sehen, die besagt Silikone sind völlig unbedenklich und sogar vorteilhaft für Haut und Haare.

Parabene

Parabene dienen als Konservierungsmittel für Kosmetik und Hautpflege. Sie stehen im Verruf in den Hormonhaushalt einzugreifen und ihn somit durcheinander zu bringen. Das kann bis hin zu PMS, Gebärmutter- oder Brustkrebserkrankungen führen. Bei Männern kann das zur Brustentwicklung führen. Diese Versuche wurden an Ratten durchgeführt. Angeblich lassen sich diese Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen, deswegen sind sie auch in der Kosmetik zugelassen.

Hautpflege und Kosmetik kann „schlecht“ werden und die Bakterien und Pilze haben nichts auf der Haut verloren. Anderseits läuten bei mir dennoch die Alarmglocken, wenn Ratten davon die o.g. Symptome aufweisen. Da reicht für mich die Aussage nicht aus, dass man es auf den Menschen nicht übertragen kann. Sorry, da brauche ich mehr Sicherheit und deswegen meide ich Parabene.

Es wird fleißig mit „kein Silikon und keine Parebene“ geworben und man wiegt den Kunden damit in Sicherheit. Achte auch auf andere Inhaltsstoffe.

Es gibt noch viele weitere, umstrittene Inhaltsstoffe, aber das würde bei weitem den Rahmen hier sprengen.

 

Codechek

Es gibt diese von vielen heißgeliebte App, die dir genau anzeigt welche Inhaltsstoffe bedenklich sind. Leider werden hier viele Inhaltsstoffe nicht als rot, sprich bedenklich markiert, wie z.B. Alkohol. Deswegen lieber einmal selber schauen.

 

Was ist die Lösung

Möglicherweise denkst du dir grad bei all der Flut an Informationen: „Dann ist ja kaum ein Kosmetikprodukt gut.“ Das ist richtig, nur ein paar wahre Schätze verbergen sich hinter all dem Produktüberfluss.

Es gibt leider nicht DIE optimale Lösung für jeden. Ich handhabe das folgendermaßen: Risikominimierung bzw. das bestmögliche für meine Haut nehmen lautet die Devise. Das bedeutet in manchen Fällen, dass ich keine Naturkosmetik mehr benutze. Meine Haut dankt es mir. Beispiel Haarseife von Manna: ich habe sie geliebt, habe leider nicht auf die Inhaltsstoffe von der Seife geachtet bis Kopfjucken auftrat. Auch sie enthielt, wie viele Naturkosmetikprodukte, die allergenen Duftstoffe Limonene , Linalool. Wohlgemerkt, auch die meisten herkömmlichen Haar- und Körperpflegeprodukte enthalten ebenfalls reizende Duftstoffe (siehe Liste).

Generell achte ich immer darauf, vor allem für die Gesichts- und Hautpflege, dass kein schlechter Alkohol und Duftstoffe enthalten sind. Schlechter Alkohol und Duftstoffe sind für JEDE Haut Reizstoffe, schädigen langfristig der Haut und lassen uns äußerlich früher altern. Vor allem Häutchen mit schon vorliegenden Hautkrankheiten, wie Rosazea, Seborrhoisches Ekzem, Neurodermitis u.v.m. sollten komplett darauf verzichten. Bei Deos kann man auch eine Ausnahme machen, wenn man es verträgt, denn Alkohol in Deos minimiert Schweißgeruch.

Bedenke, auch der Naturkosemtikstempel ist in den meisten Fällen nur ein weiteres, leeres Marketingversprechen. „Natur“ das klingt so verlockend und vielversprechend, dass man ganz schnell an diese Lüge glaubt. Ich bin immer noch ein großer Freund von zertifizierten bio Inhaltsstoffen, allerdings schaue ich immer als erstes in die Inhaltsstoffe.

Viele natürliche „Wasch- und Pflegemethoden“  (darunter Natron, Roggenmehl, etc.) habe ich ausprobiert, zunächst einen Wow-Effekt gehabt und dann wieder nicht vertragen oder aufgrund zu kalkhaltigem Wasser nicht umzusetzen. Weiterhin sind manche dieser Methoden zwar ohne schädliche Inhaltsstoffe, trocknen allerdings die Haut zu sehr aus. Roggenmehl jedoch für die Haarwäsche ist beispielsweise eine gute Alternative, wenn man in einer Region mit kalkarmen Wasser wohnt.

Ich weiß wie verlockend wohlriechende Kosmetikprodukte sind, sie lassen unser Wellnessherz höherschlagen. Mittlerweile kann ich viele dieser Düfte nicht mehr ertragen und liebe den Geruch von sauberer, unparfürmierter Haut. Denn vergesst nie, jeder hat einen eigenen, individuellen Hautgeruch. Nicht umsonst sagt man: „Ich kann dich gut riechen.“

 

Was sind deine Erfahrungen mit Naturkosmetik? Kannst du Produkte empfehlen, welche die oben genannten Inhaltsstoffe nicht enthalten? Lass es und in den Kommentaren wissen, denn die Schätze da draußen muss man erstmal finden.

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